Der stille Verrat
Wenn Erfolg nicht mehr reicht.
Es gibt einen Moment, den viele Führungskräfte kennen – aber selten aussprechen.
Die Zahlen stimmen. Die Ziele sind erreicht. Das Team funktioniert.
Und trotzdem bleibt abends ein Gefühl zurück.
Keine Freude. Kein Stolz. Nur ein sachliches: Erledigt.
Dieser Moment kommt wieder. Und wieder.
Es beginnt nicht mit einer großen Entscheidung.
Es beginnt mit kleinen Kompromissen.
Ein Meeting, in dem du nickst – obwohl du innerlich anderer Meinung bist.
Ein Satz, den du sagst, weil er funktioniert – nicht weil er wahr ist.
Eine Grenze, die du überschreitest, weil 'es halt dazugehört'.
Einzeln betrachtet ist das normal. Teil des Geschäfts. Professionalität.
Zusammen betrachtet ist es der Beginn dessen,
was sich 'stiller Verrat' nennen lässt.
Der stille Verrat richtet sich nicht gegen andere.
Er richtet sich gegen dich selbst.
Wer lange genug Dinge sagt, die nicht ganz stimmen – beginnt irgendwann,
sich selbst nicht mehr zu trauen.
Wer lange genug über eigene Grenzen geht – verliert den Zugang zu ihnen.
Du hörst nur auf, dir selbst vollständig zuzuhören.
Und dann passiert etwas Interessantes: Führungskräfte, die sich selbst übergehen,
übersehen auch, wenn ihr Team es tut.
Sie bemerken nicht,
wenn jemand innerlich bereits gegangen ist – weil die Zahlen noch stimmen.
Drei Fragen, die helfen:
1. Wann hast du zum letzten Mal etwas gesagt oder getan, das sich nicht stimmig anfühlte?
2. Gibt es Menschen in deinem Team, die früher mitdachten – und jetzt nur noch funktionieren?
3. Wie würde es sich anfühlen, morgen nur das zu tun, was wirklich stimmig ist?
Diese Fragen haben keine einfachen Antworten. Aber sie sind der Anfang.
Wenn dich diese Gedanken berühren – dann ist das Buch 'Haltung formt Ergebnisse'
vielleicht der nächste Schritt.
